von Heilpraktiker Uwe Stein, Varel
Jutta L. (Name geändert) war verzweifelt: Sie und ihr Mann hatten vor kurzem im Grünen ein kleineres Haus als das alte gekauft, nachdem die Kinder ausgezogen waren. Nun wollten sie die Zeit für sich genießen. Doch daraus wurde nichts: statt morgens ausgeschlafen und erfrischt zu sein, war sie wie zerschlagen; sie litt unter Schlaflosigkeit und im Liegen hörte sie dabei einen tiefen Brummton mit Obertönen, der den Körper vibrieren ließ. Es blieb ihr nichts anderes übrig, als aus dem Schlafzimmer auszuziehen und einen anderen Raum zu benutzen.
Unser Nervensystem funktioniert als Fernmeldesystem für unseren Körper und wird so geschaltet, wie jemand mit Hilfe eines Lichtschalters eine Lampe ein- oder ausschaltet. Es verfügt über ein bestimmtes Ruhepotential ( Licht aus ); erfolgt dann ein Reiz ( Licht an ), wird eine Information - möglicherweise an einen Muskel - weitergeleitet. Die Reizschwelle liegt zwischen 15 und 20 mV. Beim Vergleich der Werte 187/153 mV mit der Reizschwelle von 20 mV wird deutlich, daß die Körperspannung um ein Vielfaches oberhalb der Nervenreizschwelle liegt. Nacht für Nacht befanden sich die Körper der Eheleute unter Spannung, zu einer Zeit, in der die Körper besonders anfällig und empfindlich für äußere Einflüsse sind. Während des Schlafes sollte eigentlich unser "Akku" aufgeladen werden und nicht - wie in diesem Fall - "ausgelutscht". Schlaflosigkeit oder auch scheinbar tiefer Schlaf mit dumpfem Erwachen ohne Erfrischung kommt besonders daher, daß in einem homogenen elektrischen Feld durch den menschlichen Körper eine Verzerrung des Feldlinienverlaufs erfolgt. Besonders am Kopf tritt eine wesentliche überhöhung der elektrischen Feldstärke auf. Je nach Körperform kann diese überhöhung um das 7 - 15-fache der homogenen Feldstärke liegen als im ungestörten Feld. Damit nicht genug: Aufgrund der überwindung der Reizschwelle des Nervensystems wie in diesem Fall kommt es zu einer Ladungsumkehr, dadurch wird ein Stromfluß im Körper verursacht, der Wirbelströme induziert und auf bewegte Teilchen ( Ionen) wird eine Kraft ausgeübt. Hinzuzufügen ist, daß die Nervenbahnen im Bereich von 50 Hz am empfindlichsten reagieren - und genau dort liegt der Frequenzbereich unserer elektrischen Hausversorgung!
Nach meinen bisherigen Erfahrungen scheinen die Auswirkungen elektrischer Felder viel schwerwiegender zu sein, als es bisher offiziell angenommen wird. Kanadische Elektroversorgungsunternehmen haben 1996 in Zusammenarbeit mit der Universität Toronto Tausende von Mitarbeitern an den Arbeitsplätzen untersucht und einen nicht erwarteten Zusammenhang zwischen elektrischen Wechselfeldern und dem Auftreten von Leukämie, Haut- und Lymphdrüsenkrebs festgestellt.
Das Gleiche gilt für die Kinderleukämiestudie von Dr. Coghill 1996, die er nach jahrelangen Messungen in Kinderzimmern erstellt hat: Er fand heraus, daß auch relativ schwache elektrische Felder nicht nur das Leukämie- und Krebsrisiko erhöhen, sondern auch für Kopfschmerzen, Vitalitätsverlust, Depressionen und den plötzlichen Kindstod mitverantwortlich sind. Dabei ging es um Feldstärken von nur 10 - 20 V/m. Das Leukämierisiko stieg um 186 %, wenn das Kind täglich länger als 12 Stunden 10 V/m ausgesetzt war und um 370 % bei 20 V/m.
Es würde an dieser Stelle zu weit führen, andere Forschungsergebnisse aufzulisten; diese wenigen Beispiele sollen deutlich machen, wie hemmungslos und unvorsichtig wir mit elektrischer Energie umgehen. Dies vor allem in Deutschland, weil wir mit die höchsten Grenzwerte haben, die es weltweit gibt. Ein Vergleich mit elektrischen Wechselfeldern von 50 Hz mag das verdeutlichen:
| Gesetz oder Verordnung | Wert |
|---|---|
| 26. Bundes-Immissions-Schutzverordnung (BImSchV Elektrosmogverordnung) | 5000 V/m |
| Weltgesundheitsorganisation ( WHO ) | 5000 V/m |
| DIN/VDE 0848 ( für die Bevölkerung ) | 7000 V/m |
| DIN/VDE 0848 ( für den Arbeitsplatz ) | 20000 V/m |
| Schweden - Computernorm TCO ( 30 cm Bildschirmabstand ) | 10 V/m |
| Schweden - Computernorm MPR ( 50 cm Bildschirmabstand ) | 25 V/m |
| US - Umweltbehörde EPA - Empfehlung | 10 V/m |
Baubiologische Richtwerte für Schlafplätze
| Bewertung | Wert |
|---|---|
| unauffällig | < 1 V/m |
| schwach | 1 - 5 V/m |
| stark | 5 -50 V/m |
| extrem | > 50 V/m |
Eine andere Auflistung soll zum Vergleich herangezogen werden:
| 380 kV Hochspannungsleitung senkrecht darunter | 8000 V/m |
| 110 kV Hochspannungsleitung senkrecht darunter | 4000 V/m |
| Störung von Herzschrittmachern | 2000 V/m |
| Absenkung des Hormons Melatonin | 20 V/m |
Das Hormon Melatonin ist - soweit bis heute bekannt - u. a. für den Wach- Schlafrhythmus zuständig und für die Fortpflanzungsaktivität.
Nach einer Daumenregel sollte von Hochspannungsleitungen ein Abstand eingehalten werden von 1 m je kV, d.h. der zu einer 110 kV Leitung sollte mindestens 110 m betragen.
Doch zurück zu den Schlafzimmern. Aus dem bisher Gesagten wird klar, daß jeder selbst verantwortlich für seine Gesundheit ist, wenn er seine eigene Schlafplatzumgebung betrachtet. Einige Vergleichsmessungen mögen das veranschaulichen:
| Einfluss durch | Körperspannung |
|---|---|
| Metall - Nachttischlampe ungeerdet, 50 cm | 1500 mV |
| Wand mit brüchigen Stegleitungen, 50 cm | 3500 mV |
| Heizkissen/ -decke, Stufe 1 | 35000 mV |
| Heizkissen/ -decke, Stufe 2 | > 100000 mV |
| Heizkissen/ -decke, ausgeschaltet | > 3000 mV |
| auf einem beheizten Wasserbett | 25000 mV |
| Büroalltag ( Durchschnitt ) | 00 - 10000 mV |
| Schlafbereiche ( Durchschnitt ) | 50 - 2000 mV |
(alle Tabellen aus: Maes: Streß durch Strom und Strahlung)
Es ist immer wieder beeindruckend zu sehen, welches ungläubige Staunen über die Gesichter huscht, wenn sie bei der Körpermessung auf ihrem Bett liegen und der Untersuchende einen Prüfschraubenzieher (Phasenprüfer ) an ihren Körper hält, der zu leuchten beginnt Dann beginnen sie zu begreifen, daß sie sich von ihrer liebgewonnenen Heizdecke rennen sollten, den Radiowecker entfernen - und womöglich sind sie dann erstaunt, daß die Migräneattacken fortbleiben - keine zweipolige Nachttischlampe mehr zulassen und mittels Phasenprüfer den Stecker "richtig" in die Steckdose plazieren. Dasselbe gilt für Kinderzimmer. Was da die Eltern den Kindern zumuten, ist beeindruckend: Kassettenrecorder, Fernseher, Radioanlage mit Lautsprechern im Kopfbereich, Rechner mit allen möglichen Zusatzgeräten, Halogenlampen, es ist ein Sammelsurium von allen möglichen Feldverursachern und Frequenzabstrahlern. Ich habe auch schon Flipperautomaten und "einarmige Banditen" in Kinderzimmern gefunden und die Mütter klagten über die Fahrigkeit, mangelnde Konzentrationsfähigkeit und Müdigkeit ihrer Kinder. M. E. sind die elektrischen Felder für Hyperaktivität bei Kindern verantwortlich. Es ist möglich, alle diese Feldverursacher mittels abschaltbarer Steckerleiste zur Nachtzeit abzustellen. Es versteht sich von selbst nach diesem kleinen überblick, daß Babyphone nichts im Kinderbett zu suchen haben. Sollten sich Eltern wundern, daß ihr Engel sich in eine brüllende Bestie verwandelt, wenn er ins Bett gelegt wird, dann wird es Zeit, das Babyphon mindestens drei Meter entfernt aufzustellen. Es ist zu erwarten, daß der Engel ein Engel bleibt!
übrigens: Jutta L. konnte geholfen werden. Ihre Elektrosensibilität zeigte sich u.a. auch darin, daß sie den "Netzbrumm" hörte, der tiefe Ton, der ihren Körper vibrieren ließ. Mit "Netzbrumm" wird die Frequenz von 50 Hz des Betriebsnetzes bezeichnet, wenn störende Einflüsse einwirken. Die hohen Töne, die sie gleichermaßen hörte, waren Oberwellen, ein Vielfaches der Grundfrequenz (100 - 150 - 200 Hz etc.). Der Baubiologe empfahl den Einbau eines Netzfreischalters, den der Elektriker am Schalterkasten einbaute. Ein Freischalter unterbricht die Spannung in dem betreffenden Lichtkreis, so daß keine Felder mehr entstehen können. Frau L. schläft seitdem tief und fest und auch ihr Mann ist erstaunt, daß er erfrischt aufwacht und sich an Träume erinnern kann, Zeichen dafür, daß er in die Schlafphasen gerät, in denen unbewußte Konflikte bearbeitet werden.
Varel, März 2005
Heilpraktiker Uwe Stein, Varel, Interessenschwerpunkt Baubiologie, Haus- und Schlafplatz-Untersuchungen
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